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Die Zeitschnitte im Museumsgelände

Der früheste Zeitschnitt wurde für die großen Einzelhöfe aus den Regionen Osnabrück, Minden, Münsterland und Lippe gewählt (um 1800). Ein etwas jüngerer Zeitschnitt für den Westmünsterländer Hof und den Westhellweghof (um 1860). Einige der Höfe zeigen die ursprüngliche Form des Hallenhauses (keine bauliche Trennung zwischen dem Wohn- und dem Stallteil des Gebäudes) und können auch als „Rauchhäuser“ bezeichnet werden: Das Herdfeuer befindet sich offen und ohne Kaminabzug im Raum, der Rauch zieht frei durch das Gebäude. Im selben Zeitschnitt finden sich aber auch bereits Höfe mit Kaminabzug und baulich getrennten Bereichen für Mensch und Tier.

Das Paderborner Dorf des Museums besteht aus derzeit rund 40 Gebäuden. Es zeigt beispielhaft die Alltagswelt eines großen Dorfes im östlichen Westfalen um 1900. Die meisten Gebäude des Dorfes haben ein deutlich früheres Erbauungsdatum und bis 1900 schon vielfache Veränderungen erlebt, wie zum Beispiel der besonders prächtige, 1577 erbaute Valepagenhof nach seinem 1860 erfolgten Umbau. Neben großen Höfen finden sich im Dorfbild auch Handwerkerhäuser und Werkstätten, Mietshäuser und sogenannte „Armeleutehäuser“. Das Dorf ist um einen zentralen Kirchplatz samt Friedhof angelegt. Diese beiden prägenden Elemente des Dorfes fehlen aber derzeit noch im Museum.

Den Zeitschnitt, in dem die Höfegruppe des Sauerlandes dargestellt ist, erkennt man schon beim ersten Blick auf die Dorfstraße: Eine Stromleitung spannt sich zwischen zwei großen Hofanlagen und ein Trafoturm verweist auf den Anbruch des elektrischen Zeitalters. Im Haupthaus des Hofes Kayser-Henke erhellt eine Glühbirne Diele und Flur. Im Wohnzimmer kann bereits unter künstlicher Beleuchtung ein elektrisches Bügeleisen betrieben werden. Das ursprünglich 1736 erbaute Backhaus steht 1920 noch. Es ist aber mittlerweile zu einem Geräteschuppen umfunktioniert. Die Remise für Ackergerät und Pferdewagen illustriert die Phase, in der die rasante Modernisierung der Landwirtschaft begann.

Der Siegerländer Weiler befindet sich noch im Aufbau. Es ist die Baugruppe, die im derzeit jüngsten Zeitschnitt dargestellt wird. Das im Zustand um 1960 eingerichtete Haus Stöcker unterscheidet sich von den meisten anderen Gebäuden des Museums nicht nur dadurch, dass es den ersten (und bisher einzigen) Fernseher der Ausstellung zeigt. Bei der Einrichtung der Räume konnten auch umfangreiche Interviews mit ehemaligen Hausbewohnerinnen geführt werden, die erstmals in einem Gebäude zu sehen bzw. zu hören sind. Mit dem Siegerländer Weiler tritt das Museum in die Nachkriegsepoche ein, an die viele Besuchende eigene Erinnerungen knüpfen.