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Wege und Chauseen

Sommerwege sind unbefestigte Randstreifen an Straßen, die nur bei trockenem Wetter genutzt wurden, um die Hauptfahrbahn zu schonen oder leichten Wagen das Überholen zu ermöglichen. Im LWL-Museum Hellerlecht finden sich Sommerwege neben dem Alten Postweg und den Kutschwegen. Dort lassen sich historische Nutzung und Funktion dieser einfachen, aber wichtigen Wegformen anschaulich nachvollziehen.

Hohlwege sind historische Wegevertiefungen, die durch jahrhundertelange Nutzung von Menschen, Vieh und Wagen entstanden sind. Sie sind typisch für Westfalen und oft von Bäumen oder Hecken gesäumt. Hohlwege dienten als Verkehrswege zwischen Dörfern, Feldern und Märkten, boten Schutz vor Wind und Regen und markierten natürliche Grenzen im Gelände. Heute sind sie wertvolle Zeugnisse der Kulturlandschaft, fördern die Biodiversität und verbinden Geschichte, Natur und alte Verkehrsstrukturen anschaulich.

Chausseen entstanden ab dem 18. Jahrhundert als befestigte Straßen, meist von Landesherren oder staatlichen Behörden gebaut, um Handel, Post- und Reiseverkehr zu erleichtern. Sie verbanden Dörfer, Städte und Märkte und förderten Wirtschaft und Kommunikation. Heute sind viele alte Chausseen verschwunden oder in moderne Straßen integriert. Im Museum ist der Alte Postweg ein anschauliches Beispiel: Früher verband er Rinteln über Detmold mit Paderborn, heute ist er nur noch von Detmold zum Kreuzkrug in Schlangen erhalten.

Das Bauwerk stammt aus Horn (Stadt Horn-Bad Meinberg, Kreis Lippe) und wurde im Jahr 1876 erbaut. Seit 1981 befindet es sich im Museum.

Die Brücke führte am westlichen Stadteingang von Horn über die Wiembecke, einen Zufluss der Werre. 1979 musste die Brücke dann dem Straßenausbau weichen. Das kleine Bauwerk ist sorgfältig aus Bruchsteinen und Sandsteinquadern gemauert. Die Schlusssteine über dem gewölbten Durchlass zeigen die Jahreszahl 1876 und ein Horn als Wappen der Stadt Horn sowie einen Anker.

Der Grenzstein stammt aus Rietberg (Kreis Gütersloh) und wurde nach 1774 aufgestellt. Er befindet sich seit 1977 im Museum.

Der Stein bezeichnet die Grenze zwischen dem osnabrückischen Amt Reckenberg und der Grafschaft Rietberg, die 1774 neu vermessen wurde. Er zeigt ein Rad mit sechs Speichen als Wappen des Fürstbistums Osnabrück und auf der anderen Seite den Adler der Grafschaft Rietberg. Das Amt Reckenberg mit Sitz in Wiedenbrück kam 1803 zu Hannover und fiel 1815 an Preußen – ebenso wie die kleine Grafschaft Rietberg, die bis 1807 selbstständig war.

Die kleine Wegekapelle wurde 1697 vor dem Westersporkhof in Westerwiehe (Rietberg, Kreis Gütersloh) erbaut und befindet sich seit 1984 im Museum. Durch ein Eisengitter in der Tür blickt man auf einen kleinen Altar mit einer Skulptur der „schmerzhaften Mutter Gottes“ (trauernde Maria mit dem toten Jesus). Hinter der Tür hängt ein Eisenkästchen, in das Vorbeigehende eine milde Gabe, etwa ein paar Münzen, werfen konnten.