Die Niederwaldwirtschaft ist eine alte Form der Forstnutzung, bei der Gehölze wie Hainbuche, Hasel oder Esche alle 15 bis 25 Jahre „auf den Stock gesetzt“ werden. Dabei bleibt der Wurzelstock erhalten und treibt neu aus. Diese Bewirtschaftung, die u. a. Brennholz und Tierfutter liefert, war bis ins 20. Jahrhundert weit verbreitet, vor allem in Westfalen und der Pfalz. Im Museumsgelände wird die Niederwaldpflege seit den 1980er Jahren wieder angewendet, das Holz dient als Brennmaterial.
Der Mittelwald ist eine traditionelle Waldform mit zwei Schichten: unten Triebe schnellwüchsiger, schattentoleranter Laubbäume wie Hainbuche oder Hasel, die als Brennholz genutzt wurden, oben einzelne Eichen für Bauholz. Die untere Schicht wurde alle 30 Jahre geschlagen, die obere in größeren Abständen. Mittelwälder wurden beweidet, lieferten Streu und Futterlaub und waren ökologisch wertvoll. Mittelwälder sind seit dem 13. Jahrhundert belegt, verloren aber im 20. Jahrhundert durch den Rückgang der Brennholznutzung an Bedeutung. Im Museum ist ein Mittelwald bis heute erhalten.
Der Hauberg ist eine Sonderform des Niederwaldes, bei der Land- und Forstwirtschaft kombiniert werden. Bäume wie Eiche, Birke und Hainbuche lieferten alle 15 bis 20 Jahre Brennholz, Holzkohleholz, Rinde und Futter. Nach dem Hieb folgte dann ein Jahr Ackerbau, meist mit Roggen oder Buchweizen. Darauf folgte wieder Wald. Die Flächen waren genossenschaftlich organisiert. Die Haubergswirtschaft reicht bis in die Eisenzeit zurück und war vor allem im Siegerland verbreitet. Durch die Umstellung der Eisenindustrie auf Steinkohle ging die Haubergswirtschaft im 19. Jahrhundert stark zurück.
Der Hudewald ist ein beweidetes Waldstück, in dem Pferde, Rinder und Schweine sich von Gras, Blättern, Zweigen und Früchten wie Eicheln und Nüssen ernähren. Die Weide schafft lichte Bestände mit reicher Krautschicht. Diese alte Nutzungsform diente der Futtersicherung in einer Zeit, in der Ackerbau noch kaum verbreitet war. Im 19. Jahrhundert verdrängten Ackerbau und Stallhaltung die Waldweide zunehmend, da eigens angelegte Weiden und Futterpflanzen verfügbar wurden.
Im Plenterwald stehen Bäume aller Alters- und Entwicklungsstufen eng beieinander. Einzelne Bäume werden kontinuierlich entnommen, wodurch eine permanente Verjüngung erfolgt. Dies unterscheidet sich vom Kahlschlag im Hochwald, wo ganze Flächen abgeholzt werden. Regulierungen durch den sog. Plenterbetrieb legen Anzahl und Mindeststärke der zu fällenden Stämme fest. So entstehen stabile, naturnahe Wirtschaftswälder. Der Begriff „Plentern“ stammt vermutlich vom „Blendern“ – dem gezielten Entfernen lichtblockierender Bäume. Die geregelte Plenterwirtschaft verbreitete sich im 19. Jahrhundert in Westfalen.