Der Garten am Valepagenhof zeigt einen typischen Bauernhofgarten im Paderborner Land um das Jahr 1900. Die Pflanzenauswahl basiert auf Museumsforschung. Von Buchsbaum umfasste Blumenrabatten und vier Rundbeete mit Rosen der Sorte »Petite de Hollande« zeigen den Wunsch nach Repräsentation. Reine Ziergärten waren selten, meist wurden Schattenlagen als Vorgärten genutzt. In Dörfern fehlte oft Platz, daher nutzte man zusätzliches Gartenland in der Feldflur, etwa auf Wiesen und Feldern. Neben bekannten Gemüsearten wuchsen auch seltene Kräuter wie Meisterwurz oder Pontische Raute.
Der Garten des Münsterländer Gräftenhofes liegt auf einer eigenen Gräfteninsel und zeigt eine repräsentative Anlage um 1800. Die streng geometrische Gestaltung mit Mittelrondell und Laube aus Hainbuchen folgt barocken Vorbildern und erleichtert zugleich die Gartenarbeit. Angebaut wurden neben Gemüse auch Tabak, Zichorien und Heilpflanzen wie Wermut. Historische Quellen wie Herbarien und Reiseberichte belegen die Vielfalt alter Kulturpflanzen. Buchsbaum war Zierde und Brauchtumspflanze zugleich. Im Museum wurde der Buchsbaum aufgrund des Buchsbaumtriebsterbens durch Steineibe ersetzt.
Der barocke Garten am Schönhof wurde als Heilpflanzengarten mit Unterstützung des Lippischen Apothekervereins angelegt. Die Pflanzen sind nach Anwendungsgebieten wie Herz-Kreislauf, Magen, Schlaf oder Erkältung geordnet. So lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Pflanze bei welchem Leiden hilft. Die Schilder zeigen durch Symbole, welcher Pflanzenteil verwendet wird. Der Garten verdeutlicht den hohen Stellenwert pflanzlicher Arzneien – damals wie heute.
Der Garten am Pastorat diente vorrangig der Selbstversorgung und dem Blumenschmuck für Kirche und Haus. Grundlage der Gestaltung war u. a. das Tagebuch von Pfarrer Scipio (1812–1897), der Pflanzen, Sorten und Gartenarbeiten detailliert dokumentierte. Er baute neben gängigen Arten auch vergessene Gemüse wie Palmenkohl oder Portulak an und züchtete die Apfelsorte Scipios Reinette. Der Garten ist klar gegliedert: Gemüse, Gewürze und Blumen, eingefasst mit Buchsbaum und Sandsteinplatten. Ein Baumhof ergänzt die Anlage.