Der Rabau ist eine alte Apfelsorte aus Westfalen und wird auch Graue Französische Renette genannt. Die mittelgroßen Äpfel haben eine grünlich-gelbe Grundfarbe und eine raue Schale. Das saftige Fruchtfleisch ist mürbe, neigt aber bei Lagerung zum Mehlig werden. Die Sorte ist robust, wenig anfällig für Krankheiten und passt gut zu feuchten, nährstoffreichen Standorten. Besonders im Westmünsterland hatte der Rabau regionale Bedeutung als Tafel- und Wirtschaftsapfel.
Der Edelborsdorfer ist eine historische Apfelsorte aus dem 17. Jahrhundert. Der Apfel ist bekannt für seinen süßen, aromatischen Geschmack und sein festes, saftiges Fruchtfleisch. Der Edelborsdorfer war besonders in Westfalen weit verbreitet und wurde wegen seiner guten Lagerfähigkeit geschätzt. Die Früchte sind mittelgroß bis groß, mit einer gelb-roten Schale. Der Edelborsdorfer eignet sich gut für den Frischverzehr und die Verarbeitung. Im Museum wird die Sorte erhalten, um alte Obstsorten und die regionale Kulturlandschaft zu bewahren.
Der Danziger Kantapfel hat flach verlaufende Rippen, das sind die spürbaren Erhöhungen auf der Apfelschale. Die Sorte zählt deshalb zu den sogenannten Kantäpfeln. Ihre Herkunft ist unklar: Einige vermuten Danzig, andere die Niederlande, wo der Apfel 1760 erstmals beschrieben wurde. Die Frucht ist meist fünfkantig mit einer scharfen Naht auf einer Seite. Sie ist druckempfindlich und für Menschen mit Apfelallergie oft verträglich. Der Danziger Kantapfel wächst auch in rauen Höhenlagen, stellt geringe Ansprüche an Boden und Lage. Er ist ab Mitte Oktober pflückreif und bis Januar haltbar.
Die Rote Sternrenette erhielt ihren Namen wegen der sternförmigen Tupfen auf der roten Schale, was in regionalen Bezeichnungen wie „Sternappel“ (Münsterland) sichtbar ist. Seit 1830 vom Niederrhein aus verbreitet, war sie in Westfalen in fast jedem Obsthof anzutreffen. Trotz locker hängender Früchte wurde sie wegen ihrer steil wachsenden Krone oft an Straßen gepflanzt. Als Spätblüher ist sie robust, auch für höhere Lagen geeignet und meist verträglich für Menschen mit Apfelallergie. Die Rote Sternrenette ist ab Oktober erntereif und bis Januarlagerfähig, weshalb sie früher vor allem als Weihnachtsapfel beliebt war. Wegen ihrer kleinen Früchte ist die Sorte heute selten geworden.
Die Köstliche aus Charneux, in Belgien Legipont genannt, wurde um 1800 von M. Legipont entdeckt. In Norddeutschland heißt sie Bürgermeisterbirne. Pomologe Adrian Diel beschrieb sie erstmals 1825. Bis 1920 gehörte sie zu den drei wichtigsten Reichsbirnensorten. Aufgrund ihres schlanken, steilen Wuchses eignet sie sich gut für den Anbau entlang von Straßen. Die Birne ist von Ende September bis Mitte Oktober pflückreif und bis November genussreif. Sie ist ideal zum Einmachen, Dörren und Saftpressen.
Die Hauszwetschge ist eine alte, robuste Zwetschgensorte, die seit Jahrhunderten in Mitteleuropa kultiviert wird. Sie zeichnet sich durch ihren süß-säuerlichen Geschmack und ihre längliche Form aus. Die Früchte reifen im Spätsommer und sind vielseitig verwendbar, etwa für Kuchen, Kompott oder als Trockenobst. Hauszwetschgen sind widerstandsfähig gegen Krankheiten und passen gut in Streuobstwiesen. Im Museum werden alte Hauszwetschgensorten gepflegt, um die genetische Vielfalt und traditionelle Obstkultur zu bewahren.