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Äcker und Felder

Winterweizen ist eine der wichtigsten Kulturpflanzen. Die Züchtung alter Sorten war eine große kulturtechnische Leistung. Im Museum erhalten wir Sorten wie den „Eckendorfer Dickkopfwinterweizen“ und den „Siegerländer Landweizen“. Beide sind lagerfest und widerstandsfähig. Ihre Erhaltung dient dem Schutz genetischer Vielfalt und sichert wertvolles Saatgut für die Zukunft. Das Saatgut stammt aus der Kulturpflanzenbank Gatersleben und ist ein Beitrag zur Bewahrung landwirtschaftlicher Kulturgeschichte.

Roggen war über Jahrhunderte die wichtigste „Brotfrucht“ der Plaggenwirtschaft in Westfalen. Auf nährstoffarmen Böden lieferte er zuverlässige Erträge und bildete die Grundlage der bäuerlichen Ernährung. Hier im Museum erhalten wir den „Westfälischen Landroggen“, eine robuste, traditionelle Sorte aus Westfalen. Diese Sorte sichert wertvolle genetische Vielfalt und erinnert an das landwirtschaftliche Erbe der Region. Das Saatgut stammt aus der Kulturpflanzenbank Gatersleben, wo diese Sorte als 40-jähriger Landroggen aus Westfalen aufbewahrt wird.

Hafer war über Jahrhunderte ein wichtiges Nahrungs- und Futtergetreide. Als Sommergetreide spielt er eine zentrale Rolle in der Fruchtfolge und lockert Getreidemonokulturen auf. Er gedeiht auf ärmeren Böden und liefert wertvolles Stroh und Körner für Mensch und Tier. Im Museum erhalten wir zwei historische Sorten: den „Westfälischen Schwarzhafer“ und den „Dippes Gelbhafer“. Das Saatgut stammt von der Kulturpflanzenbank Gatersleben.

Gerste ist eine vielseitige Kulturpflanze und wird sowohl als Viehfutter als auch zur menschlichen Ernährung genutzt. Gerste wird etwa zu Graupen, Grütze, Flocken, Mehl und Malz für Bier oder Malzkaffee. Hier im Museum erhalten wir zwei alte Sorten: „Mammuth I“ und „Almerfelder“. Beide Sorten stammen aus der Kulturpflanzenbank Gatersleben und bewahren wertvolle genetische Ressourcen und Kulturgeschichte.

Flachs war über Jahrhunderte wichtiger Faserlieferant und regional sogar Zahlungsmittel. Die blau blühenden Felder gelten als Ursprung der Redewendung „Fahrt ins Blaue“. Aus den Samen wird hochwertiges Speiseöl gewonnen. Besonders in Ostwestfalen – im Ravensberger Land mit Bielefeld als Leineweberstadt – prägte der Flachsanbau Landschaft und Wirtschaft. Im Museum erhalten wir drei historische Sorten: Arminius, Eckendorfer Langflachs und Eckendorfer Frühflachs. Das Saatgut stammt von der W. v. Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG.

Die Kartoffel wurde im 18. Jahrhundert in Europa heimisch und veränderte die Ernährung grundlegend. Sie war ertragreich, nahrhaft und machte die Versorgung der Bevölkerung krisensicherer. Besonders für arme Menschen wurde sie zum Hauptnahrungsmittel. Auch heute ist die Kartoffel ein zentrales Grundnahrungsmittel. Um die genetische Vielfalt zu erhalten, bauen wir im Museum 34 alte Sorten an – und leisten damit einen Beitrag zur Biodiversität und zum Erhalt historischer Kulturpflanzen.

Die Futterrübe, auch „Runkel“ genannt, war lange ein zentrales Viehfutter auf Bauernhöfen. Sie liefert energiereiches Winterfutter, besonders für Rinder, und lässt sich gut lagern. Zwei alte Zuchtsorten erhalten wir im Museum: die „Eckendorfer Rote“ und die „Eckendorfer Gelbe“. Sie wurden zwischen 1905 und 1929 von W. v. Borries in Eckendorf bei Bielefeld gezüchtet. Das Saatgut stammt noch heute von der W. v. Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG. Mit dem Erhalt der Runkeln sichern wir ein Stück landwirtschaftlicher Kulturgeschichte und genetischer Vielfalt.