Die Schmiede Pollmann aus Godelheim (Kreis Höxter), erbaut 1777, zeigt einen Zustand um 1900.
Beim Schmieden geht von der Esse Feuergefahr aus, auch vom Schornstein darüber.
Daher lagen Schmieden oft am Rand der Dörfer, wie auch die Schmiede Pollmann im musealen Paderborner Dorf. Die Dorfgemeinschaften waren auf einen Schmied angewiesen.
Hufbeschlag bei den Arbeitspferden und die Anfertigung von Werkzeugen aus Eisen oder Stahl sowie der Eisenbeschläge an Wagen und Ackergeräten waren wichtige Aufgaben der Schmiede. Allerdings wurden um 1900, der Zeit, die das Paderborner Dorf zeigt, viele Metallwaren bereits industriell hergestellt. Landwirtschaftliche Maschinen wurden um 1900 zumeist in Fabriken produziert, der Dorfschmied reparierte sie nur noch.
In der Backstube Witte sind fleißige Hände im Einsatz. Der Nachbau der Bäckerei wurde an Haus Arneke, erbaut 1622 im Kreis Hameln-Pyrmont, angebaut. Der Original-Backofen der Bäckerei wurde erstmals 1901 in Betrieb genommen und wird im Museum bis heute genutzt.
Er besteht aus besonders feuerfesten Steinen vom Rhein. Man beheizte den Backraum durch Klappen rechts und links vom Mundloch, der vorderen Öffnung des Ofens. So kann allerdings nur abwechselnd eingeheizt oder gebacken werden. Heute wird genauso gebacken wie damals: Täglich wird der Ofen zunächst beheizt, dann werden die nach historischen Rezepten zubereiteten Brote, Semmeln und Kuchen gebacken und schließlich verkauft. Das Mehl stammt aus biologischem Anbau.
Mit seinem verglasten Tageslichtatelier und der Hintergrundmalerei aus dem Erbauungsjahr 1891 stellt das Atelier Kuper aus Rietberg eine Seltenheit dar, die man noch heute nutzen kann. Das Fotoatelier ist durch eine Treppe (mit Treppenlift) zu erreichen. Hier können Besuchende sich digital fotografieren lassen. Im oberen Geschoss gibt es neben dem Filmraum und der Dunkelkammer noch ein Ausstellungskabinett. Im Haus Schwenger, an das das Fotoatelier angebaut ist, lassen sich in Workshops noch heute Techniken der analogen Fotografie ausprobieren.
Der erste nachweisbare Besitzer des Hauses war Anfang des 17. Jahrhunderts Simon Tiemann. Nach 1871 kaufte Tischler Karl Schmidt das Haus, seine Nachfahren wohnten bis 1966 dort. Die Tischlerei war ein wichtiges Handwerk in Blomberg. Die vielen Tischlermeister im Ort hatten sich auf den Stuhlbau spezialisiert. Sie verkauften ihre Möbel in großen Mengen auf Märkten bis nach Münster, Osnabrück, Braunschweig und Kassel.
Im Museum sind Haus und Werkstatt in ihrem Zustand um das Jahr 1880 zu sehen. Zu dieser Zeit lebte der Stuhltischler Karl Schmidt mit seiner Familie und einem Gesellen in dem Haus. Der frühere Saal im Hinterhaus war zur Tischlerwerkstatt umfunktioniert worden.
Erbaut 1768, Präsentation mit Schneiderwerkstatt
Der Bautyp des kleinen Hauses entspricht einem sogenannten Ernhaus. Der Ern ist Eingangs- und Herdraum zwischen Wohn- und Stallteil des Gebäudes. Im Laufe der Jahrhunderte lebten verschiedene Familien in dem Häuschen, die u. a. in der Textilindustrie und im Handwerk tätig waren. Landwirtschaft wurde nur zur Selbstversorgung betrieben. Einer dieser Familien verdankt das Häuschen seinen Namen: Die Tischlerfamilie Pippel lebte seit Ende des 19. Jahrhunderts in dem Haus. Heute ist in Pippels Häuschen eine historische Schneiderwerkstatt eingerichtet.
Auf dem Weg vom Eingang des Museums zum Mindener Hof fällt linker Hand ein kleiner Bau mit hellblau gekalkten Wänden auf. Es ist die Töpferei Hehemann aus dem Landkreis Osnabrück. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1828, im Museum ist es in seinem Zustand um das Jahr 1930 dargestellt. In der Töpferwerkstatt wird täglich intensiv gearbeitet. Innen sieht man einen Brennofen, die fußbetriebene Töpferscheide und Regale, auf denen die Töpferinnen und Töpfer ihre Waren zeigen.
Das Haus Golücke aus Amelunxen (Beverungen, Kreis Höxter) wirkt von außen wie ein typisches Bauernhaus aus dem Weserraum. Errichtet wurde das Haus im Jahr 1767 durch die Familie Golücke. Das Haus ist heute mehr als ein historisches Bauernhaus: Im 19. Jahrhundert war es das Zuhause von Menschen, die von der Leinenherstellung lebten. Entsprechend wurde im Haus Golücke 1999 die Textilwerkstatt des Museums eingerichtet. Hier werden täglich Materialkunde, Ernte-, Herstellungs- und Pflegemethoden der Stoffe gezeigt.
Der Dörrofen stammt aus Falkenflucht (Höxter, Kreis Höxter) und wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Er befindet sich seit 1980 im Museum.
Zum Obstdörren wurden meistens vorhandene Backöfen genutzt, freistehende Dörröfen waren in Westfalen sehr selten. Dieser Ofen stand bei Höxter am Rande einer Obstweide. Der kleine Bruchsteinbau hat an der Rückseite eine Brennkammer. Von dort wird erhitzte Luft über zwei Kanäle nach vorn geleitet. Bereits zwei bis drei Tage vor dem Dörren musste der Ofen angefeuert werden. Apfelringe, Birnenspalten und Zwetschgen wurden auf sog. Hürden, also Holzrahmen mit Weidengeflecht, in der heißen Luft im Innern des Ofens gedörrt.
Der Flachsofen stammt vom Hof Theßeling in Hengeler (Stadtlohn, Kreis Borken) und wurde um 1860 erbaut.
Im Westmünsterland haben Flachsanbau und Leinenherstellung eine lange Tradition, daraus entstand die um 1850 aufblühende Textilindustrie. Nach tagelangem Einweichen in kleinen Teichen (Flachsrotten) musste der Flachs getrocknet werden, um die Fasern leichter von den nun brüchigen Stängeln lösen zu können. Dafür gab es im Westmünsterland eigene Flachsöfen, die wegen der hohen Brandgefahr abseits vom Hof standen. Der Flachsofen im Museum hat zwei Gewölbe aus Backstein. Nach dem Einheizen und dem Herausziehen von Glut und Asche wurde der heiße Ofen mit dem nassen Flachs bestückt und verschlossen.