Diese Mühle wurde 1841 als Fachwerkbau errichtet. Sie stammt vom Hof Heller in Barkhausen (Melle, Landkreis Osnabrück). Vorn befindet sich die Mahlmühle, hinten die sog. Bokemühle mit eigener Einfahrt. Unten steht ein Dieselmotor, der seit etwa 1925 alternativ zur Wasserkraft genutzt wurde. Die Wassermühle (Höhe der Staumauer 5,5 Meter, Fallhöhe des Wassers 4,2 Meter) wird oberschlächtig angetrieben: Das von oben herabfließende Wasser treibt das Mühlrad an. Die Anlage ist zu Demonstrationszwecken ständig in Betrieb, innen sind ein Mahlgang für Getreide, ein Bokewerk mit Stampfern zum Bearbeiten von Flachs und ein Häckselschneider zu sehen.
Diese Bockwindmühle stammt von der Mühle Pape in Groß Lobke (Gemeinde Algermissen, Kreis Hildesheim). 1812 erbaut ist sie seit 1981 im Museum und zeigt hier einen Zustand um 1900. Bockwindmühlen sind seit etwa 1200 belegt. Sie gelten als die ersten Windmühlen in Mitteleuropa. Die gesamte Mühle steht auf einem hölzernen Unterbau – dem Bock. Mit einem langen Balken, dem Steert (Schwanz), wurde die Mühle in den Wind gedreht Im Innern der Mühle war nur Platz für einen einzigen Mahlgang. Trotz der seit etwa 1600 bestehenden Konkurrenz durch modernere Kappenwindmühlen baute man Bockwindmühlen noch bis nach 1800.
Die Mühle Schaaf/Döpke stammt aus Tonnenheide (Rahden, Kreis Minden-Lübbecke) und wurde 1789 erbaut. Bei Kappenwindmühlen – auch Holländermühlen genannt – wird nur die Kappe mit den Flügeln in den Wind gedreht. Bei der älteren Bockwindmühle drehte man noch das gesamte Gebäude. Den turmartigen Unterbau der Kappenwindmühle konnte man in mehrere Geschosse unterteilen, um verschiedene Mahlgänge zu ermöglichen. So wurde die Windkraft in Kappenwindmühlen optimal genutzt.
Ein Göpel ist eine große Drehvorrichtung, die durch Menschen oder Tiere bewegt wird. Ein Pferdegöpel wie im Museum wandelt die Zugkraft von Pferden in eine Drehbewegung um. Solche Göpel waren früher weit verbreitet und wurden etwa für den Antrieb von Dreschmaschinen, Häckslern oder Pumpen genutzt. Die im Kreis auf der Göpelbahn laufenden Pferde treiben einen langen Balken an, der eine vertikale Welle in Drehung versetzt. Diese Welle ist mit einem Getriebe verbunden, das die langsame Drehbewegung der Tiere in eine höhere Umdrehungszahl für die Geräte umwandelt.