Mit dem Aufkommen der Freizeit gewann auch das Sauerland als Reiseziel an Bedeutung. Bei Tagesausflügen und im Urlaub brachten Menschen Geld in die zuvor arme Region. Die einheimische Landbevölkerung wurde erfinderisch: Wohnhäuser verwandelten sich in Pensionen, Obstgärten wurden zu Picknickwiesen mit Liegestühlen und Bewirtung. Auch alte Vermessungstürme aus preußischer Zeit erhielten neue Aufgaben, sie wurden zu Aussichtstürmen umgebaut und zu beliebten Wanderzielen. So prägte der Tourismus das Sauerland nachhaltig.
Der Wert von freier Zeit wurde wichtiger. Urlaubsregelungen und die Einführung der Sonntagsruhe im Jahr 1891 schufen Erholungszeit. Durch das Wachstum der Städte und die Zunahme von Industrien zog es die Menschen häufiger in die Natur. Aussichtstürme, oft auf Anhöhen gelegen, wurden zu beliebten Wanderzielen. Auf den Plattformen gibt es noch heute Richtungspfeile mit zu entdeckenden Orten und markanten Punkten in der Ferne. In den 1920er Jahren waren Aussichtstürme auch im Sauerland ein beliebtes Ziel für Wanderausflüge von Familien, Vereinen und anderen Gruppen.